Baumzeichen

Die Botschaft des Waldes

Es sind Zeichen, es sind Schriften, es sind Bilder:
„Der Wald spricht zu uns in Märchen und Geschichten, man braucht dazu nur einen Übersetzer.“
Angefangen hat alles 1947: Als Junge legte sich Erwin Leinfelder ein Notizbuch an, in dem er Schriftzeichen sammelte und das er bis heute weiterführt.

Darin finden sich Hieroglyphen, das Runen-Alphabet,
chinesische Schrift, Morsezeichen, Waldläufer- und Pfadfinder Kürzel, sumerische Bildschrift,
babylonische Keilschrift, das griechisches Alphabet, Zinken der Landstreicher,
Symbole vom Federkopfschmuck der Indianer, Blindenpunktschrift, der Geheimcode „Irland“
für gefangene U-Boot-Kommandanten, Zeichen zur Olympiade 1972…

Erwin Leinfelder wurde zum Fachmann in Sachen Schriftzeichen.
Er beschäftigte sich mindestens genauso lange und intensiv mit dem Wesen der Bäume.
In seinen Bildern und im Buch zum keltischen Baumkreis, führte er die Interessen zusammen und entwarf erste eigene Schriftbilder.

Am Anfang war das Bild: Gesprochenes und Gesehenes zeichnete man auf und schuf damit einen
Meilenstein für das kulturelle Gedächtnis und die Basis für jede zeitlich und örtlich flexible
Kommunikation. Was daraus wurde, sind entweder eher abstrakte Alphabete oder
weiterhin bildlich angelegteSchriften.
Insofern sind die Baumzeichen eine Zeitklammer, in Vitrinen präsentiert wie alte, edle Handschriften.
Die Hieroglyphen des Waldes entwickelten sich von selbst, während Erwin Leinfelder einfach anfing, den Fraßspuren zu folgen. Mit einem Augenzwinkern lässt er einen Miraculix entstehen und freut sich, wenn man eigene Figuren entdeckt. Dort bildet sich eine Königin heraus, da unten erscheinen Fabelwesen, ein anderes Holzstück gibt eine Landschaft frei. Diese Elemente in wenigen Farben hervorzuheben, scheint jetzt so selbstverständlich wie die Idee, dass der Wald Geschichten erzählt.

Auszug aus „ Die Botschaft des Waldes „
von Freia Oliv M .A., Kunsthistorikerin

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